Soll ich, oder soll ich nicht... mir eine Scheiblette anlachen?

Allgemeine Diskussionen über das "wahre" Ultraleichtfliegen

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cbk
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Soll ich, oder soll ich nicht... mir eine Scheiblette anlachen?

Beitragvon cbk » 14.07.2017, 22:30

Moin,

ich brauch mal etwas Hilfe, wenn es darum geht in die Luft zu kommen. Irgendwie drehe ich mich gerade im Kreis und es fehlt die Zündung, um die Umlaufbahn zu verlassen. :wink:

Also mal kurz zur Vorgeschichte:
Bin vor inzw. fast 15 Jahren als Student mit dem Tüten-Fliegen (aka Gleitschirm) angefangen. Vor ziemlich genau zwei Jahren hat es dann beim Startversuch einmal etwas geraschelt und das Ergebnis hieß: "Fluggerät heil, Knochen kaputt." :(
Noch im Krankenhaus habe ich mir geschworen entweder die Fliegerei ganz dranzugeben oder es so zu betreiben, auch was das Training angeht, daß sich so ein Mist nicht wiederholt. Da mir das Wetterfenster der Tüte eh immer schon zu klein war und die Gesamtkosten auch nicht gerade gering waren, wenn man für ein paar Flüge aus Norddeutschland in die Alpen fährt, bin ich übers 3-Achs UL gestolpert.

So habe ich dann in einer kommerziellen Flugschule die SPL für 3-Achs ULs gemacht und bin danach einem Verein beigetreten, weil ich mir ein eigenes UL dann doch nur unter ordentlichen Entbehrungen leisten könnte. Dieser Verein ist aber irgendwie eine Sackgasse. Jedenfalls hänge ich da seit letzten September (also seit 10 Monaten!) in der Einweisung auf die Maschine fest und ein Ende ist nicht absehbar. Das Problem dabei: Die Maschine ist zwar praktisch immer verfügbar, aber der FL, der die Einweisung macht, hat kaum Zeit. Also viel mehr als einmal pro Monat komme ich nicht ins Cockpit und außer Platzrunden habe ich nach meinem Scheinerhalt nichts mehr gemacht. Ich merke inzw. selber, wie ich immer schlechter werde. Im Flugbuch alles aufsummiert, komme ich mit Mühe auf 12 Stunden in den ersten 12 Monaten. Das ist doch kein Zustand. :(
Hätte echt mal Bock in 5 Tagen am Stück morgens und abends jeweils 10 Platzrunden zu schruppen... 100 Runden in einer Woche, auf das die da in dem Verein mal sehen wo der Hammer hängt und was Training heißt. :mrgreen:
Aber ohne Freigabe durch den Vereins-FL darf ich natürlich nicht. :cry:

Was soll ich tun?

Mein Gedanke geht zur Zeit dahin mir doch ein eigenes UL anzulachen, dann eben eine Scheibe bzw. Weller Uli. Motto: Besser mit 70km/h und ohne Landeklappen fliegen, als mit Constant-Speed Propeller und 160km/h am Boden stehen.
Da ich noch Berufsanfänger bin und der Gedanke zum 3-Achser da im Krankenhaus auch verdammt spontan kam, habe ich auch keine 50.000,- €, die ich mal eben irgendwo investieren könnte. Wobei mir die laufenden Kosten mehr Angst machen als die Anschaffung. Entsprechend suche ich ein Gerät, das man auch gut im PKW-Anhänger transportieren und alleine zügig aufbauen kann.

Ach ja, mit Kälte habe ich keine Probleme, bin auch im tiefsten Winter immer ohne Heizung und im Pulli mit dem geschlossenen UL geflogen. Eher ist es die Hitze, die ich nicht mag.

Und ja, gute Rundumsicht ist für mich ein Thema. Da war bisher die Tüte immer ungeschlagen: https://www.youtube.com/watch?v=hHl1QsHoIZM :D

Und dann mit einer Scheiblette nach Helgoland, allein schon der sportlichen Herausforderung wegen. Mit ner c42 kann das ja jeder. 8)

So, ich hoffe, daß ich meine Situation jetzt nicht zu negativ beschrieben habe. Raus mit den Ideen... :Dieter: :wink:
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TheJPenner
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Re: Soll ich, oder soll ich nicht... mir eine Scheiblette anlachen?

Beitragvon TheJPenner » 15.07.2017, 07:52

Moin :-)

Kauf Dir doch ne C22.....die passt an Deine Anforderungen und auch an Dein Budget :) Und ist ein echt schöner Flieger...

Bei Helmuts sind aktuell einige drin, die für wenig Geld zu haben sind ( unter 5000 Euro ! ).

https://helmuts-ul-seiten.de/verkauf1.html

Gruß Jörg
Irgendwann ist man zu allem ausserhalb des Gleitpfades....... :D
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quax2000
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Re: Soll ich, oder soll ich nicht... mir eine Scheiblette anlachen?

Beitragvon quax2000 » 16.07.2017, 12:05

>So habe ich dann in einer kommerziellen Flugschule die SPL für 3-Achs ULs gemacht

...gibt es dort eine Chartermöglichkeit?

>und bin danach einem Verein beigetreten,
>Dieser Verein ist aber irgendwie eine Sackgasse. Jedenfalls hänge ich da seit letzten September (also seit 10 Monaten!)
>in der Einweisung auf die Maschine fest und ein Ende ist nicht absehbar.
>Das Problem dabei: Die Maschine ist zwar praktisch immer verfügbar, aber der FL, der die Einweisung macht, hat kaum Zeit.
>Also viel mehr als einmal pro Monat komme ich nicht ins Cockpit und außer Platzrunden
>habe ich nach meinem Scheinerhalt nichts mehr gemacht. Ich merke inzw. selber, wie ich immer schlechter werde.
>Im Flugbuch alles aufsummiert, komme ich mit Mühe auf 12 Stunden in den ersten 12 Monaten. Das ist doch kein Zustand. :(
>Hätte echt mal Bock in 5 Tagen am Stück morgens und abends jeweils 10 Platzrunden zu schruppen...
>100 Runden in einer Woche, auf das die da in dem Verein mal sehen wo der Hammer hängt und was Training heißt. :mrgreen:
>Aber ohne Freigabe durch den Vereins-FL darf ich natürlich nicht. :cry:
>Was soll ich tun?

...vielleicht über einen Vereinswechsel nachdenken?

>Mein Gedanke geht zur Zeit dahin mir doch ein eigenes UL anzulachen, dann eben eine Scheibe bzw. Weller Uli.
>Motto: Besser mit 70km/h und ohne Landeklappen fliegen, als mit Constant-Speed Propeller und 160km/h am Boden stehen.

...guter Gedanke!

>Da ich noch Berufsanfänger bin und der Gedanke zum 3-Achser da im Krankenhaus auch verdammt spontan kam,
>habe ich auch keine 50.000,- €, die ich mal eben irgendwo investieren könnte.
>Wobei mir die laufenden Kosten mehr Angst machen als die Anschaffung.

...informiere Dich über die Hallenmieten im Umfeld Deines Wohnortes.
...Dann kannst Du schnell ausrechnen, ob ein eigener Flieger für Dich sinnvoll ist.

>Entsprechend suche ich ein Gerät, das man auch gut im PKW-Anhänger transportieren und alleine zügig aufbauen kann.

...ich kenne keinen Flieger (ausgenommen Segelflugzeuge) bei dem das realistisch (alleine zügig) funktioniert.
...Die Idee hatte ich auch mal, sie aber sehr schnell wieder verworfen.

>Ach ja, mit Kälte habe ich keine Probleme, bin auch im tiefsten Winter immer ohne Heizung und im Pulli mit dem geschlossenen UL geflogen.
>Eher ist es die Hitze, die ich nicht mag.

...das erweitert die Typenauswahl für den eigenen Flieger erheblich. :-)

>Und ja, gute Rundumsicht ist für mich ein Thema. Da war bisher die Tüte immer ungeschlagen:
>https://www.youtube.com/watch?v=hHl1QsHoIZM :D

...Danke für das Video!
...vergleichbare Rundumsicht würde wohl nur ein Skywalker oder Scheibe Uli bieten. Wobei der Skywalker deutlich in die Jahre gekommen ist.

>Und dann mit einer Scheiblette nach Helgoland, allein schon der sportlichen Herausforderung wegen. Mit ner c42 kann das ja jeder. 8)

...wenn Du oft genug geflogen bist und Dir ein zuverlässiger 4 Takt-Motor auch schon - einfach mal so - ausgegangen ist,
...denkst Du darüber vielleicht nochmal nach.
...Ansonsten ist doch die Herausforderung gering. Mit GPS und Moving Map findest Du die Insel sicher.
...Die Bahnen sind für UL allemal lang genug.

Gruß Reinhard
...aus der Hansestadt :-)
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Re: Soll ich, oder soll ich nicht... mir eine Scheiblette anlachen?

Beitragvon cbk » 16.07.2017, 14:11

quax2000 hat geschrieben:>So habe ich dann in einer kommerziellen Flugschule die SPL für 3-Achs ULs gemacht
...gibt es dort eine Chartermöglichkeit?

Nein, gibt es nicht.

...vielleicht über einen Vereinswechsel nachdenken?

Mmh, in Wohnortnähe siehtes da ziemlich mau aus.
  • In Melle (EDXG) gibt es keine UL-Vereine.
  • In Porta Westfalica (EDVY) gibt es gar keine 3-Achs ULs am Platz.
  • In Bielefeld (EDLI) gibt es ebenfalls keine ULs am Platz.
  • In Oerlinghausen (EDLO) sieht es neben dem Verein, in dem ich jetzt bin, auch ziemlich mau aus. Gibt wohl noch einen weiteren mit einem UL.

...informiere Dich über die Hallenmieten im Umfeld Deines Wohnortes.
...Dann kannst Du schnell ausrechnen, ob ein eigener Flieger für Dich sinnvoll ist.

Hallenmiete liegt überall so bei 350,- bis 500,- € monatlich. Könnte ich die Flächen anklappen, würde sich die Hallenmiete auf ca. 200,- € reduzieren. Das wäre dann aber irgendwo in der Ecke einer Drehtellerhalle oder so. Da reden wir also, wenn man den Flieger nicht abbauen kann, über 4000 bis 6000,- € pro Jahr nur fürs Parken. Da hast nach 3 Jahren einen neuen Weller Uli fast schon bei raus. :shock:

>Und ja, gute Rundumsicht ist für mich ein Thema. Da war bisher die Tüte immer ungeschlagen:
>https://www.youtube.com/watch?v=hHl1QsHoIZM :D

...Danke für das Video!

Kein Problem. Das sind die Azoren. Da wollte ich hin, als ich mir die Knochen gebrochen habe vor 2 Jahren. Gleitschirm kam gerade vom Check beim Hersteller zurück, ich wollte ihn nochmal testen am Übungshang, bevor es dann 3 Tage später mit dem Schirm als Sportgepäck dorthin gehen sollte. Am Idiotenhügel hat es mich dann so richtig zerlegt. War nichts mehr mit Azoren...

>Und dann mit einer Scheiblette nach Helgoland, allein schon der sportlichen Herausforderung wegen. Mit ner c42 kann das ja jeder. 8)
...wenn Du oft genug geflogen bist und Dir ein zuverlässiger 4 Takt-Motor auch schon - einfach mal so - ausgegangen ist,
...denkst Du darüber vielleicht nochmal nach.

Also bei der ganzen Platzrunden-Kurbelei ist mir der 912S schonmal mit Vergaservereisung ausgegangen in dem Moment, in dem ich das Gas rausgenommen habe. Das hat so vibriert, daß ich dachte wir hätten ein Propellerblatt verloren. Als der FL neben mir sagte, ich müsse jetzt was tun, habe ich abgestellt. Der Endanflug über den Wald war dann ganz leise. Das Donnerwetter des FLs aber dafür nachher viel lauter. Wie ich denn einen noch irgendwie funktionierenden Motor abstellen könne...

Merke: Es macht doch Sinn die maximale Flughöhe und Geschwindigkeit zu halten in der Platzrunde und dann eine "Ziellandung" einzuleiten. ... bei jedem Landeanflug!
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Re: Soll ich, oder soll ich nicht... mir eine Scheiblette anlachen?

Beitragvon quax2000 » 16.07.2017, 15:19

...hast Du wegen Charter schon mal hier geschaut:
https://www.flugschule-bielefeld.de/preise-1/
...aus der Hansestadt :-)

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